Etappe 3: Palas de Rei → Arzúa
Distanz
Geschätzte Zeit
Schwierigkeit
Anstieg
Abstieg
Tageszusammenfassung: Die Königsetappe
Bereite dich mental vor, denn heute steht die längste Etappe des gesamten Camino Francés ab Sarria an. Es sind fast 30 Kilometer, die deine Beine und vor allem deinen Kopf auf die Probe stellen werden. Die Route führt dich durch eine ständige Achterbahnfahrt von Hügeln, durch Wälder, über kleine Flüsse und durch Dörfer, bis du zwei Schlüsselpunkte erreichst: Melide, das Mekka des Oktopus, und Arzúa, das Land des Käses. Das ist einer dieser Tage, an denen man sich unbesiegbar fühlt, wenn man sie geschafft hat.
Sehenswürdigkeiten (und der wichtigste Stopp)
Du weißt, wie wir ticken: Wir sagen dir, was es zu sehen gibt, aber nicht, wie es aussieht, damit du dich selbst überraschen lassen kannst. Heute bietet der Camino mittelalterliche Brücken und Märchenwälder, aber seien wir ehrlich, jeder läuft vorwärts und denkt nur an eine Sache...
- Furelos-Brücke: Kurz vor Melide stößt du auf dieses mittelalterliche Juwel mit vier Bögen. Das ist eines dieser Pflichtfotos.
- Melide und sein Oktopus!: Das ist die Sehenswürdigkeit in Großbuchstaben. Hier kreuzt der Camino Primitivo den Camino Francés und die Tradition gebietet einen Stopp, um "pulpo á feira" (Oktopus nach Jahrmarktsart) zu essen. Das ist kein Vorschlag, das ist eine moralische Verpflichtung. Die Oktopus-Restaurants sind in ganz Galicien berühmt.
- Ribadiso da Baixo-Brücke: Eine weitere wunderschöne mittelalterliche Brücke, diesmal am Ortseingang von Arzúa. Daneben befindet sich eine öffentliche Herberge in einem alten Pilgerhospital, die ein wahres Wunder ist.
- Eukalyptuswälder: Im letzten Teil der Etappe tauchst du in Eukalyptuswälder ein. Der Geruch ist unglaublich und der Schatten sehr willkommen... falls noch welcher da ist! Denn in den letzten Jahren ist so viel Wald in Galicien verbrannt, dass man nicht mehr weiß, ob man Schatten oder eine trockene Fläche vorfindet, haha!
- Arzúa, Hauptstadt des Käses: Dein Endziel. Eine große Stadt mit allen Dienstleistungen und berühmt für ihren cremigen D.O. Arzúa-Ulloa-Käse.
Überlebenstipps für den Marathon
Der wichtigste Tipp: Oktopus ist dein Treibstoff
Das ist kein Witz. Der Stopp in Melide (ungefähr auf halber Strecke) ist strategisch. Ein guter Teller Oktopus mit "cachelos" (gekochten Kartoffeln) und etwas Brot gibt dir eine brutale Energie, um die restlichen 15 km nach Arzúa in Angriff zu nehmen. Übertreib es aber nicht mit dem Wein, denn die Hügel werden steiler. Vertrau uns, das ist die beste Stärkung, die du finden wirst.
Weitere Tipps zum Überleben des D-Days:
- Steh früher auf als je zuvor: Heute ist kein Tag zum Ausschlafen. Bei Tagesanbruch loszugehen, verschafft dir einen entscheidenden Zeitpuffer, um nicht in Eile zu geraten.
- Pflege deine Füße, als wären sie aus Gold: Dies ist die Etappe, auf der die meisten Blasen entstehen. Halte an, sobald du das geringste Unbehagen spürst. Ein rechtzeitiges Compeed ist ein Sieg.
- Arzúa-Käse, die letzte Belohnung: Wenn du ankommst, suche eine Bäckerei und kaufe ein Stück Arzúa-Käse. Auf dem Platz zu sitzen, ihn zu essen und dabei andere Pilger ankommen zu sehen, ist einer der besten Momente des Camino.
- Plan B (und Plan C): Wenn du merkst, dass Melide dich umgehauen hat, riskiere nichts. Dort gibt es viele Herbergen und Pensionen (Plan B). Es ist besser, die Etappe zu teilen, als sich zu verletzen. Und wenn es ganz schlimm kommt, kommst du Santiago näher... ruf uns an! Du weißt, mein Mann ist Taxifahrer und für eine kleine Gebühr erspart er dir das Leiden, haha! (Plan C).