Etappe 2: Portomarín → Palas de Rei
Distanz
Geschätzte Zeit
Schwierigkeit
Anstieg
Abstieg
Tageszusammenfassung: Zeit für ein Auf und Ab!
Wenn gestern die Taufe war, ist heute die Konfirmation. Die Etappe von Portomarín nach Palas de Rei ist länger und anspruchsvoller als die erste. Du stellst dich der berühmten Sierra de Ligonde, einem ständigen Auf und Ab, das die Pilger liebevoll den "Beinbrecher" nennen. Der Tag beginnt mit einem steilen Anstieg, um den Fluss Miño hinter dir zu lassen, und führt dann in eine Landschaft aus Asphalt, Feldwegen und winzigen Dörfern. Es ist nicht die schönste Etappe, was die Wege angeht, aber sie hat einen besonderen Reiz: den des Überwindens und des Gefühls, wirklich im Herzen des ländlichen Galiciens zu sein.
Sehenswürdigkeiten (und noch ein ehrliches Geständnis)
Hier kommt das heutige Geständnis. Wir würden diesen Bereich liebend gern mit spektakulären Fotos von jedem Ort füllen, aber wir haben zwei Probleme. Erstens: Es ist so lange her, dass wir das letzte Mal hier waren, dass unsere Fotos mit einem alten Nokia gemacht worden wären. Zweitens und wichtiger: Wenn wir dabei erwischt werden, Fotos aus dem Internet zu verwenden, könnte unser Laden wegen Urheberrechtsverletzung geschlossen werden. Und mal ehrlich, gibt es etwas Besseres, als es mit eigenen Augen zu entdecken? Natürlich nicht! Also, schreib mit:
- Castro de Castromaior: Kurz nach Gonzar siehst du die Ruinen einer Siedlung aus der Eisenzeit. Sie liegt direkt am Weg, also keine Ausrede, nicht einen Blick darauf zu werfen.
- Sierra de Ligonde: Die "Mauer" des Tages. Es ist nicht nur ein Punkt, es ist DER Punkt. Der Anstieg ist hart, aber die Aussicht von oben ist es wert. Wir denken immer, das wäre ein super Ort, um im Sommer eine Señarís-Sandwich-Filiale zu eröffnen. Wir würden ein Vermögen machen!
- Ventas de Narón: Ein Ort, der pure Weg-Geschichte ist, seit Jahrhunderten ein traditioneller Rastplatz für Pilger.
- Die DNA Galiciens: Achte auf die "Hórreos" (die erhöhten Speicher aus Stein und Holz) und die "Cruceiros" (die Steinkreuze). Sie sind überall und machen die Essenz dieses Landes aus.
- Palas de Rei: Deine wohlverdiente Erholung! Eine Stadt mit viel Pilgerleben, ideal zum Auftanken, ein Bier trinken und Geschichten austauschen.
Überlebenstipps für die 'Beinbrecher'-Etappe
Der wichtigste Tipp: Der "Plan B" für zwischendurch
Heute ist der "Plan B" anders. Da die Etappe lang ist, schaffst du es vielleicht nicht bis nach Palas de Rei oder es ist, mal wieder, alles voll. Die Dörfer **Gonzar** (km 8) und **Ventas de Narón** (km 11) sind deine Rettungsanker. Beide haben private Herbergen, die zwar klein, aber ein Segen sind, wenn deine Kräfte nachlassen. Zögere nicht anzuhalten, wenn du es brauchst. Hör auf deinen Körper, nicht auf den Drang, anzukommen.
Weitere Tipps, um den Tag zu überstehen:
- Wasser und Snacks, deine besten Freunde: Heute mehr denn je. Die Anstiege werden dich ins Schwitzen bringen. Nimm viel Wasser und etwas Obst oder Nüsse für Energietiefs mit.
- Asphalt, dieser stille Feind: Es gibt einige Straßenabschnitte. Sei vorsichtig mit deinen Füßen, Asphalt ist härter für die Gelenke. Wenn du kannst, geh auf dem unbefestigten Seitenstreifen.
- Ulloa-Käse: Palas de Rei ist die Wiege des Käses mit der Herkunftsbezeichnung Arzúa-Ulloa. Gönn dir bei deiner Ankunft ein Stück. Er ist cremig und köstlich, perfekt zum Auftanken. Und hey, wenn du dich stark genug fühlst, einen im Rucksack nach Santiago zu tragen, tauschen wir ihn hier in der Bar gegen einen unserer Burger! (Nur ein Scherz... oder doch nicht?).
- Frag nach dem "Pilgermenü": In Palas de Rei bieten es fast alle Restaurants an. Es ist die beste Art, gut, reichlich und zu einem guten Preis zu essen. Du hast es dir verdient!