🔥 Johannisnacht in Galizien 2026: Über Feuer springen, Queimada trinken, um Mitternacht baden

Veröffentlicht am 5. Mai 2026 | Von Antonio | ⏰ Letzte Aktualisierung:

Johannisnacht (Noite de San Xoán) am Strand von Riazor, A Coruña, mit tausenden Menschen um die Lagerfeuer

📥 San Xoán Guide 2026

Queimada-Rezept · 7 Kräuter · Zeiten · Anreise & mehr

Die Nacht vom 23. auf den 24. Juni ist die kürzeste und zugleich die magischste Nacht des Jahres in Galizien. San Xoán (der galizische Name für den Johannistag / die Sommersonnenwende) wird gefeiert mit Lagerfeuern am Strand, Sprüngen über die Flammen, Queimada-Zeremonien, die die Meigas (galizische Geister- und Hexenwesen) vertreiben sollen, und Mitternachtsbädern, die Körper und Seele reinigen. Jede Stadt, jedes Dorf hat seine eigene Tradition – doch überall vereinen sich Feuer und Feierlaune bis zum Morgengrauen.

Ich habe viele Johannisnächte erlebt, vor allem am Strand von Riazor in A Coruña, und ich kann dir sagen: Es ist ein einzigartiges Erlebnis. Tausende Menschen teilen Wein, springen über die Feuer und wünschen sich, dass das neue Jahr, das in dieser Nacht beginnt, voller Glück sein möge. In diesem Artikel erzähle ich dir, wie in den wichtigsten galizischen Städten gefeiert wird, welche Rituale du auf keinen Fall verpassen solltest und wie die Nacht unvergesslich (und vor allem sicher) wird.

⚠️ Wichtiges Datum: 23. Juni 2026 (Nacht) – Feiertag am 24.

Die Johannisnacht (Noite de San Xoán) ist die Nacht vom 23. auf den 24. Juni. Der 24. Juni ist in ganz Galizien gesetzlicher Feiertag (Johannistag). Viele nehmen sich auch den Freitag, den 26. Juni, frei, um ein langes Wochenende daraus zu machen. Wenn du von außerhalb kommst, buche deine Unterkunft jetzt – die Städte sind schnell ausgebucht.


🔥 Feiern von Ort zu Ort: Von Riazor bis zur Römerstadtmauer

Jeder Winkel Galiziens hat seine eigene Art, San Xoán zu ehren. Hier die wichtigsten Orte im Überblick:

🏖️ A Coruña – Strände von Riazor und Orzán (das größte Spektakel)

Strand von Riazor in der Johannisnacht, übersät mit Lagerfeuern

Wo: Strände von Riazor und Orzán.
Wann: Ab dem Nachmittag des 23. Juni bis zum Morgengrauen.

Mit über 150.000 Menschen ist dies die größte Feier Galiziens. Der Strand verwandelt sich in ein Lichtermeer aus Hunderten von Feuern. Die Leute springen über die Flammen (der Legende nach neun Mal oder mit einem Wunsch pro Sprung), trinken Kalimotxo (Rotwein mit Cola – in Spanien "calimocho" genannt) und essen gegrillte Sardinen. Um Mitternacht wird ein großes offizielles Feuer entzündet, bei dem die "meigallos" verbrannt werden – Puppen, die alles Schlechte des vergangenen Jahres symbolisieren.

Ich war schon oft in Riazor, und es ist immer wieder dieselbe Magie: Du kommst gegen 20:00 Uhr an, eine Tüte mit Eiswürfeln, Rotwein und Cola für den Kalimotxo dabei, ein paar Sardinen, wenn du Zeit hattest, sie zu besorgen – und die feste Absicht, erst nach Sonnenaufgang nach Hause zu gehen. Der Strand füllt sich nach und nach, die Leute bauen ihre eigenen Feuer aus Holz, das sie wochenlang gesammelt haben, und in jeder Gruppe sitzt jemand mit einer Gitarre oder einer gaita (dem galizischen Dudelsack). Der Geruch von gegrillten Sardinen vermischt sich mit Rauch und Meeresbrise. Es ist ein beeindruckend organisiertes Chaos. Der Höhepunkt kommt um Mitternacht, wenn alle aufspringen, um über die Feuer zu springen und sich etwas zu wünschen. Danach geht die Party an der Strandpromenade weiter, so lange der Körper mitmacht. Wenn du noch nie da warst: Geh wenigstens einmal im Leben hin.

⛪ Santiago de Compostela – Queimada und Magie in der Altstadt

Queimada-Zeremonie auf einem Platz in Santiago während der Johannisnacht

Wo: Plätze der Altstadt und Parque de Belvís.
Wann: Ab der Nacht des 23. Juni, mit Tanz und Queimadas auf den Plätzen.

In Santiago konzentriert sich die Magie auf den Plätzen. Die Menschen versammeln sich um irdene Kessel mit Queimada, während der Beschwörungsspruch auf Galizisch rezitiert wird und die blaue Flamme die Gesichter erleuchtet. Es gibt Feuer in der Alameda und im Parque de Belvís (gleich neben unserem Lokal). Es ist eine familiärere und weniger überfüllte Nacht als in A Coruña, aber genauso besonders.

Insider-Tipp: Geh zum Belvís-Park oder zu den Plätzen rund um die Kathedrale, um die Queimada mit den Einheimischen zu erleben. Und wenn du eine Pause brauchst, komm bei Señarís vorbei – wir haben bis spät in die Nacht geöffnet.

Seit wir unser Lokal in der Av. de Quiroga Palacios haben, direkt neben dem Parque de Belvís, erlebe ich den San Xoán in Santiago auf eine ganz besondere Weise. Gegen 22:00 Uhr riecht man die Queimada schon von der Terrasse aus. Die Leute schlendern aus der Altstadt herauf, ihre Kessel in der Hand, setzen sich in den Park, und das Ritual der Beschwörung beginnt. Es ist eine magische Nacht, denn Santiago hat – auch wenn es nicht so überfüllt ist wie Riazor – diesen ganz eigenen Charme: die gepflasterten Plätze, die gaitas im Hintergrund, das blaue Feuer der Queimada, das sich in den Steinmauern spiegelt. Und das Beste: Wenn du das Lokal schließt und rausgehst, ist immer noch Leben auf den Straßen, singende Gruppen, und immer bietet dir jemand einen Schluck aus seinem Kessel an. Diese galizische Gastfreundschaft in der Johannisnacht ist unbezahlbar.

🏛️ Lugo – Feuer neben der römischen Stadtmauer

Wo: Parks und Stadtmauer.
Wann: Nacht des 23. Juni.

In Lugo werden die Feuer an verschiedenen Stellen der Stadt entzündet, besonders nahe der gut erhaltenen römischen Stadtmauer (UNESCO-Weltkulturerbe). Es ist eine intimere Feier, aber tief verwurzelt. Man isst im Freien zu Abend und geht dann von Feuer zu Feuer durch die Viertel.

🌊 Vigo – Samil und andere Strände

Wann: Nacht des 23. Juni.

Der Strand von Samil ist nach A Coruña der zweitgrößte Anziehungspunkt. Auch hier brennen Feuer, es gibt Sardinen und Musik. Im historischen Viertel (Casco Vello) werden Queimadas zubereitet und es wird ausgelassen gefeiert.

🌉 Pontevedra – Rúa do Pasantería und Fluss Lérez

Die historischen Viertel Pontevedras sind voller Festtaumel. Besonders bekannt ist die "Fogueira do Pasantería", ein von Anwohnern organisiertes Feuer mit Musik und gemeinsamem Essen. Auch an den Ufern des Lérez wird gefeiert.

♨️ Ourense – Thermalbäder und Queimada

In Ourense verbindet sich die Johannisnacht mit den heißen Quellen. Einige Thermalbecken öffnen nachts, und die Menschen baden unter dem Sternenhimmel, während am Ufer des Flusses Miño Queimadas zubereitet werden.

🌍 Dörfer und Landgemeinden: Die reinste Tradition

Wenn du Authentizität suchst, fahr aufs Land. Dort werden die Feuer an Steinkreuzen (cruceiros) oder in den Kirchhöfen entzündet. Die Nachbarn sammeln wochenlang Holz, bereiten gegrillte Sardinen zu und tanzen zu den Klängen der gaitas bis in die Morgenstunden. Kein Gedränge, ideal auch mit kleinen Kindern.

Sowohl Susana als auch ich stammen aus Trazo, einer kleinen Gemeinde an der Grenze zu Santiago – ein Ort mit verstreuten Weilern, wo jeder jeden kennt. Wenn am 23. Juni die Sonne unterging, entzündete jeder Weiler sein zentrales Feuer. Jeder Nachbar brachte seinen Stuhl mit, seinen Wein oder sein Bier, eine Tortilla oder etwas chorizo zum Teilen. Und so saßen wir stundenlang um das Feuer, redeten, die Kinder spielten, wir sprangen über die Flammen – ohne das Gedränge der Strände. Es war eine familiäre Atmosphäre, wie man sie vermisst, wenn man erwachsen wird.
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🌿 Rituale und Bräuche: Feuersprünge, Meigas und Mitternachtsbad

San Xoán ist weit mehr als nur ein Fest. Es steckt voller Symbole und Rituale zur Reinigung und zum Anziehen von Glück:

🔥 Über das Feuer springen

Der verbreitetste Brauch: Punkt Mitternacht über das Feuer springen. Es heißt, man müsse neun Mal (oder eine ungerade Zahl) springen und sich bei jedem Sprung etwas wünschen. Andere glauben, dass der Sprung die Meigas (die galizischen Geisterwesen) vertreibt und die schlechten Energien des vergangenen Jahres reinigt.

⚠️ Eine Warnung zum Feuersprung: Es sieht einfacher aus, als es ist. Und wenn du schon ein paar Schlucke Queimada intus hast, kommt dir alles noch viel einfacher vor, als es ist. Es ist nicht selten, dass sich jemand die Füße verbrennt oder auf der Nase landet. Vor Jahren ist ein Freund von mir kopfüber in den Sand von Riazor gestürzt und musste zwei Monate lang eine Halskrause tragen. Und was ich nie vergessen werde: Susanas Bruder (der heute in Japan lebt) hat als Kind den Sprung falsch eingeschätzt, hat das Feuer nicht überbrückt und ist mittendrin gelandet. Er hat sich den Fuß so schlimm verbrannt, dass man den Knochen sah. Also ja – spring, wenn du willst, aber mit Vernunft und ohne dich vorher mit Queimada abzuschießen.

🌊 Mitternachtsbad im Meer

An den Küstenorten ist das Baden im Meer um Mitternacht ein Reinigungsritual. Man glaubt, dass das Wasser in der Johannisnacht heilende Kräfte hat und dass dieses Bad Gesundheit und Schönheit für das ganze Jahr bringt.

Ich persönlich fand es schon immer wunderbar, einfach nur die Füße ins Meer zu halten, nachdem man stundenlang über den heißen Sand der Feuer gelaufen und nah am Feuer gesessen hat – wie ein Schluck Wasser in der Wüste. Man muss nicht komplett baden gehen, um den Genuss zu spüren. Aber Vorsicht: Die Gefahr geht nicht nur vom Meer selbst aus (der Atlantik vor A Coruña ist offen und unberechenbar), sondern vor allem von der falschen Sicherheit, die einen die Queimada und der Kalimotxo einflößen. Mit heißem Körper vom Feuer und heißem Kopf vom Alkohol unterschätzt man schnell das Risiko. Wenn du ins Wasser gehst, dann nur bis zu den Knöcheln und mit festem Stand im Sand.

🔥 Die "meigallos" verbrennen

Das sind Puppen aus Stoff oder Holz, die alles Schlechte des vergangenen Jahres symbolisieren. Man schreibt seine Probleme darauf oder bindet alte Gegenstände daran und wirft sie ins Feuer, um aus der Asche "neu geboren" zu werden.

Als Kind machten wir etwas Ähnliches, aber viel Persönlicheres. Auf einen Zettel schriebst du alles, was du dir für das neue Jahr nicht wünschtest – sozusagen das Gegenteil eines Wunschzettels an die Heiligen Drei Könige. Während man zu Weihnachten Wünsche äußert, bittet man an San Xoán darum, dass einem nichts Schlimmes passiert. Man schrieb diese Ängste auf und verbrannte den Zettel im Feuer. Zuzusehen, wie die Flammen diese Worte verschlangen, war befreiend, als ob sie mit dem Verbrennen wirklich verschwänden.

🌿 Das Haus "bepflanzen": Die croques (Fingerhut-Zweige) von San Xoán

Ein Brauch, der besonders in den Dörfern rund um Trazo und in den Landgemeinden des Inlandes lebendig ist: das "ramar a casa" (galizisch für "das Haus mit Zweigen schmücken"). Dabei werden Zweige einer ganz besonderen Pflanze, des Digitalis purpurea (Roter Fingerhut), an Türen und Fenstern angebracht, um die Meigas in der magischsten Nacht des Jahres fernzuhalten. Auf Galizisch hat diese Pflanze viele Namen: sanxoáns, estalotes, abeluria, croques, dedaleira... Der Name "estalotes" kommt vom Geräusch, das die Blüten machen, wenn man sie zwischen den Händen zerplatzt – als Kinder haben wir das ständig gemacht. Es ist auch eines der sieben Kräuter, die für das Johanniskrautwasser verwendet werden.

In Trazo wusste man am Morgen des 23. Juni gleich, was zu tun war: losziehen, um die croques (Fingerhut-Zweige) zu suchen. Den ganzen Tag tobten wir mit den anderen Kindern des Dorfes durch den Wald, die Arme voller Büschel von sanxoáns, und dann steckten wir sie an jedes Fenster und jede Tür. Kein Fenster, keine Tür, keine Ritze, durch die sich eine Meiga hätte quetschen können – nein, überall croques. Es war eine Mischung aus Abenteuer und Verantwortung, die sich für immer eingeprägt hat.

🌿 Wasser von 7 Quellen und die Kräuter von San Xoán

Die Tradition verlangt, auf dem Feld Kräuter zu sammeln wie Fenchel, Rosmarin, Johanniskraut (Hypericum), Malve, Zitronenverbene, Ginster und Farn. Sie werden in einem Gefäß mit Wasser aus sieben verschiedenen Quellen angesetzt und die ganze Nacht der "sereno" (der Nachtluft/Tau) ausgesetzt. Am nächsten Morgen wäscht man sich das Gesicht mit diesem Wasser, ohne in den Spiegel zu schauen. Auf Galizisch heißt das "facer o cacho" – einer der ältesten Bräuche der Johannisnacht in Galizien.

Als Kinder in Trazo machten wir genau das, ohne zu wissen, dass dieser Ritual einen Namen hatte. Am 23. Juni wachte man auf, und man wusste, was zu tun war: Quelle um Quelle besuchen, bis wir sieben zusammen hatten, und gleichzeitig die Kräuter auf den Hügeln sammeln. Die Sieben ist kein Zufall: In der Tradition symbolisiert sie die Verbindung zwischen Himmel und Erde. Dieses Wasser, mit den Kräutern vermischt und unter der Nachtluft der magischsten Nacht des Jahres stehen gelassen, schützte das Haus vor den Meigas, vor dem bösen Blick und vor schlechten Energien für die nächsten zwölf Monate. Man kam mit schmerzenden Füßen nach Hause, aber mit der Genugtuung, Wasser von sieben Quellen zu haben – und dem Spaß, den ganzen Tag mit den Dorfkindern durch den Wald zu streifen.
Der Kräuterbrauch ist bei Familien sehr beliebt. Wenn du mit Kindern kommst, bereite am Nachmittag des 23. ein Sträußchen vor und lass es über Nacht auf dem Balkon. Wenn du ihnen am nächsten Morgen das Gesicht mit diesem Wasser wäschst, wünschst du ihnen ein Jahr voller Schutz.
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🥃 Die Queimada und der galizische Beschwörungsspruch

Kein San Xoán ohne Queimada. Das Zaubergetränk aus Aguardiente (galizischer Tresterbrand), Zucker, Zitronenschale und Kaffeebohnen wird in irdenen Kesseln zubereitet, angezündet, und die blaue Flamme soll die bösen Geister verbrennen. Während sie brennt, rezitiert jemand den Beschwörungsspruch gegen die Meigas mit immer lauter werdender Stimme. Man muss es mindestens einmal im Leben erlebt haben.

Ich habe immer geglaubt, der Beschwörungsspruch der Queimada stamme aus römischer Zeit, eine keltische Tradition, die der Nacht etwas Legendäres verlieh. Aber dem ist nicht so. Vor einigen Jahren, als ich hier an derselben Theke arbeitete, von der aus ich diesen Artikel schreibe, sagte mir ein Nachbar, ein weiser alter Mann aus der Gegend: "Das ist neumodisches Zeug. Als ich ein Kind war, gab es diesen Unsinn nicht." Ich war baff. Ich recherchierte – und tatsächlich: Der Beschwörungsspruch wurde 1967 in Vigo von Mariano Marcos Abalo erfunden, einem Angestellten der Banco Pastor, der ihn für ein Blumenfestspiel auf einem beschlagnahmten Schiff im Hafen schrieb. 1974 fügte er die Verweise auf Satan und Beelzebub hinzu und begann, ihn in der Diskothek Fausto aufzuführen. Kurz darauf druckte eine Druckerei in Vigo Kopien ohne Erlaubnis, und die Leute hielten ihn für eine uralte Tradition. So sehr, dass der Urheber ihn 2001 urheberrechtlich schützen ließ. Es ist unglaublich, wie dieser Spruch das Lebensgefühl und den Kontext der Johannistradition so perfekt traf, dass er sich innerhalb weniger Jahrzehnte anfühlt, als wäre er tausend Jahre alt. Das schafft man nicht nur mit gutem Schreiben – dazu muss man die Seele eines Festes und eines Volkes verstehen. Und Don Mariano hat sie verstanden.

Für diesen Artikel habe ich die Geschichte des Beschwörungsspruchs gründlich recherchiert und mit Trauer erfahren, dass Mariano Marcos Abalo am 7. Februar 2022 in Vigo im Alter von 85 Jahren gestorben ist. Und auch wenn Höflichkeit die Tapferkeit nicht ersetzt – und wir haben genug damit zu tun, unsere Steuern zu bezahlen, als dass wir auch noch Urheberrechtsverletzungen riskieren –, möchte ich klarstellen, dass dies keine Kritik ist. Ganz im Gegenteil. Dieser Mann, ein Bankangestellter, der ein paar Verse für ein Fest unter Freunden schrieb, hat eine Tradition zu etwas Erhabenem und Unvergesslichem erhoben, das heute Galizien in der ganzen Welt repräsentiert. Jede Queimada, die entzündet wird, jeder Spruch, der rezitiert wird, trägt seine Handschrift, auch wenn niemand davon weiß. Von hier aus: unseren ganzen Dank und Respekt an Mariano Marcos Abalo. Möge er in Frieden ruhen.

📜 Ausschnitt aus dem Beschwörungsspruch der Queimada

„Mouchos, curuxas, sapos e bruxas. Demos, trasnos e diaños, espíritos das negras sombras…“

(Auf Deutsch etwa: „Eulen, Käuze, Kröten und Hexen. Dämonen, Kobolde und Teufel, Geister der schwarzen Schatten…“)

Den vollständigen Spruch können wir aus rechtlichen Gründen nicht wiedergeben – er ist seit 2001 urheberrechtlich geschützt. Nicht aus Angst, denn Don Mariano hat nie jemanden belangt, sondern weil man als Webseitenbetreiber die Regeln einhalten muss. Aber dieser Ausschnitt gibt dir bereits eine Vorstellung von der Atmosphäre. In diesem Geist hat Don Mariano ihn geschrieben: damit die Menschen zusammenkommen, teilen und feiern. Also: Besuche Galizien in der Nacht des 23. Juni und schließ dich dem Fest an.

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📅 Fahrplan und Schlüsseldaten für 2026

📅 Dienstag, 23. Juni – Johannisnacht (Noite de San Xoán)

18:00 – 20:00 Uhr – Aufbau der Feuer an Stränden und Plätzen.
22:00 – 0:00 Uhr – Gemeinsames Abendessen (Sardinen, Fleisch, Wein).
0:00 Uhr – Mitternacht: Feuersprünge und Verbrennung der meigallos.
0:00 – 2:00 Uhr – Mitternachtsbad im Meer (an den Stränden).
2:00 – 6:00 Uhr – Tanz und Queimadas bis zum Morgengrauen.

📅 Mittwoch, 24. Juni – Johannistag (gesetzlicher Feiertag in ganz Galizien)

Vormittag – Ausruhen und Kräuterritual (Gesichtswäsche mit Kräuterwasser).
Mittag – Familienessen.
Nachmittag – In manchen Orten gibt es Jahrmärkte oder Kinder spielen mit "festicos" (Pflanzenschoten, die man zum Knallen bringt).

✈️ Du kommst von weiter weg? Empfohlenes langes Wochenende

Der 24. Juni ist Feiertag, und der Freitag, der 26. Juni, kann freigenommen werden. So hast du vom 20. Juni (Samstag) bis zum 28. Juni (Sonntag) ein verlängertes Wochenende. Buche dein Hotel frühzeitig, vor allem in A Coruña – die Stadt ist schnell ausgebucht.

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💡 Tipps eines Einheimischen zum Überleben der Nacht

  • Komm früh (gegen 20:00 Uhr) an den Strand, wenn du einen Platz für dein eigenes Feuer haben willst.
  • Keine Glasbehälter mit an den Strand nehmen. In A Coruña ist das verboten und wird bestraft (Glasscherben sind gefährlich). Nimm Dosen oder Plastikflaschen.
  • Geh nicht baden, wenn du Alkohol getrunken hast, und meide unbewachte Stellen. Jedes Jahr gibt es Schreckensmomente.
  • Bring etwas zu essen zum Teilen mit: empanada (gefüllte Teigtasche), Brot, Käse, chorizo. Die Leute teilen – das gehört zum Fest.
  • Kalimotxo leicht gemacht: Rotwein + Cola + Eis. Das Kultgetränk der Nacht – in Deutschland oft einfach Kalimotxo genannt.
  • Wenn du mit Kindern kommst, such dir ein kleines Feuer in einem Wohnviertel oder Dorf – sicherer und familiärer.
  • Check das Wetter. In Galizien kann es regnen, auch wenn es an San Xoán meist gut ist. Nimm eine Regenjacke für alle Fälle mit.
Mein persönlicher Rat: Wenn es dein erstes Mal ist, mach dir keinen Stress. Such dir einen Strand oder einen Platz, komm früh genug, bring etwas zu essen und trinken zum Teilen mit, und lass dich treiben. Der beste Plan ist, keinen Plan zu haben. Und wenn der Tag bewölkt ist, macht das nichts: Das Feuer wärmt genauso, und die Party findet bei Regen statt, wenn es sein muss – in Galizien sind wir das gewohnt. Das Einzige, was du planen solltest, ist der Rückweg: Die öffentlichen Verkehrsmittel sind überlastet, und Taxis sind Mangelware. Wenn du mit dem Auto kommst, park weit weg und geh zu Fuß, oder noch besser: Such dir eine Unterkunft in Strandnähe und vergiss das Auto bis zum nächsten Tag.
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🎯 Deinen San Xoán Schritt für Schritt planen

Wenn es dein erstes Mal ist, schlage ich diesen einfachen Plan vor:

  • Später Nachmittag des 23.: Geh zum Strand oder Platz deiner Wahl und sieh zu, wie die Feuer aufgebaut werden.
  • Abendessen (21:00 – 23:00 Uhr): Entweder du isst bei den Ständen oder bringst dein eigenes Essen zum Teilen mit.
  • Mitternacht: Spring über das Feuer (vorsichtig!) und wenn du am Strand bist, geh baden (sicherheitsbewusst!).
  • 0:30 – 2:00 Uhr: Such dir eine Queimada und lausch dem Beschwörungsspruch.
  • Bis zum Morgengrauen: Tanz, Musik und Feiern.
  • 24. Juni, Vormittag: Hol deine San-Xoán-Kräuter vom Balkon (wenn du das Ritual gemacht hast) und wasch dir das Gesicht mit dem Wasser. Erhol dich und iss etwas Gutes.

🍔 Neue Energie nach der Nacht?

Am 24. Juni öffnen wir unser Lokal ab 13:00 Uhr. Komm vorbei, erzähl uns, wie deine Nacht war, und gönn dir einen Burger (oder eine Queimada gegen den Kater). Wir sind in der Av. de Quiroga Palacios, 5, nur 10 Minuten zu Fuß von der Altstadt entfernt.

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❓ Häufige Fragen zu San Xoán in Galizien

Ist es gefährlich, über die Johannisfeuer zu springen?

Es kann gefährlich sein, wenn du nicht vorsichtig bist. Spring nur über kleine Feuer, wenn die Flammen nicht mehr hoch sind. Die großen Feuer werden in der Regel von der Feuerwehr beaufsichtigt. Tu es nicht, wenn du Alkohol getrunken hast.

Kann ich mit kleinen Kindern hingehen?

Ja, aber meide die überfüllten Strände. Such dir ein Dorf oder ein Viertel, wo die Feuer kleiner und kontrollierter sind. Der Kräuterritus macht Kindern übrigens großen Spaß.

Wo sieht man das offizielle Feuer von A Coruña am besten?

Das große Feuer wird nahe der Strandpromenade auf Höhe des Fußball-Kreisels (rotonda de futbolín) entzündet. Von jedem Punkt am Riazor oder Orzán hat man gute Sicht, aber je früher du kommst, desto besser der Platz.

Muss man für etwas bezahlen?

Alles ist kostenlos. Die Queimada wird an manchen Ständen verkauft (3-5€ pro Glas). Parkplätze sind extrem knapp – besser öffentliche Verkehrsmittel nutzen oder zu Fuß gehen.

Darf man Essen und Trinken mitbringen?

Ja, das ist völlig normal. Aber vermeide Glasflaschen und nimm Tüten mit, um deinen Müll wieder mitzunehmen. Die Strände sehen am nächsten Morgen leider oft vermüllt aus – hilf mit, dass es nicht so weit kommt.

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Ich hoffe, dieser Guide hilft dir, eine unvergessliche Johannisnacht zu erleben. Wenn du Fragen hast, schreib uns. Und wenn du in Santiago bist, komm vorbei und erzähl uns von deinen Erlebnissen. Boas festas e que as meigas non che fagan dano! (Gute Feiertage, und mögen dir die Meigas nichts anhaben!)


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